Donnerstag, 22. Dezember 2016

Erlaubt geklaute „Warme Worte zum Jahreswechsel“

Eben erreichte mich einer der vielen „Newsletter“ per Mail die man eigentlich, wenn überhaupt mit - einem Auge quer ließt! Aber ich finde, dieser Text hat es in sich! Habe also Joachim vom Ox sofort angebettelt, den Text zitieren zu dürfen ;-) Und das als bekennender „Fleischesser“, gelegentlicher Besteller bei „Versandhandelsmonopolisten“! Auch habe ich noch kein Bio-Bier probiert, aber ich bin Weltoffen ;-)

Ich klemme mir also die üblichen Floskeln und zitiere hier aus der E-Mail, denn so einen verflucht guten und treffenden Text würde ich selbst nie hin bekommen.

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Ox
Betreff: Warme Worte zum Jahreswechsel 
"Hallo Welt!

Und wieder ein Jahr geschafft mit einem Geschäftsmodell, das es nach Meinung mancher Wichtigtuer eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. 
Printmagazin", das ist ja wie ... Vinyl in einer Welt, die nur noch streamt. Wie Bücher contra E-Book-Reader. Wie veganes Bio-Essen, wenn es auch raubgefischtes Seafood sein kann. Wie Menschen, die nicht dem XS-Model-Ideal grundbekloppter Modemacher entsprechen. Wie fair hergestellte Kleidung kaufen, wenn man doch statt zu waschen zum Kilotarif wöchentlich neuen Wegwerffummel kaufen kann.

Wie Selberkochen in Zeiten von ausbeuterischen "Helden", die liefern. Wie Wasser aus der Leitung trinken, wenn es doch Gletscher-Aqua aus der Einweg-Bottle gibt. Wie frischgemahlener Fairtrade-Kaffee, wenn man auch fiese Alukapseln verballern kann. Wie im Fachgeschäft vor Ort kaufen, wenn man doch viel bequemer einem grundbeschissenen Versandhandelsmonopolisten weiteren Umsatz bescheren kann, der sich statt nach einer wunderbaren Naturlandschaft in Brasilien doch eher nach einem Braunkohletagebau hätte benennen sollen, ist die Verheerung, die er hinterlässt, doch ähnlich übel.

Wie leckeres Bio-Bier trinken, wenn es doch Kopfschmerz bereitendes Fernsehbier gibt. Wie in kleine Clubs und AZs gehen, wenn man doch auch genormte Oktoberfestunterhaltung auf 30.000er-Festivals "genießen" kann. Wie Laufen oder Fahrradfahren angesichts immer noch steigender Verkaufszahlen für extrabreitbereifte Vorstadtpanzer, die eigentlich nur zum Totfahren von Kindern taugen. Wie sich um Flüchtlinge zu kümmern und zu sorgen, wenn längst schon der Lynchmob in den asozialen Netzwerken den Hass in die Tasten hackt.

Ja, wir linksversifften Gutmenschen (als ein solcher wurde ich kürzlich an einem Infostand der Halbnazi-Partei AfD von einem achtzehnjährigen Petrijugendanhänger und angehenden Theologiestudenten bezeichnet) haben es nicht leicht. Nie leicht gehabt. Und entsprechend blicken wir auch dem Jahr 2017 wieder mit unverbesserlichem Optimismus entgegen. Wir haben keine Chance und nutzen sie doch, im 29. Jahr des Bestehens dieses Heftes.

Deshalb ... vielen Dank an euch Unbeugbare da draußen, die man viel zu selten trifft und spricht. Danke, dass ihr da seid, dass ihr Brüder und Schwestern im Geiste seid, dass ihr macht, was ihr macht und wir uns in weitaus mehr einig sind als uns trennt. Danke für euren Support welcher Art auch immer.

Habt entspannte Feiertage, habt ein cooles 2017.
Weitermachen.

Joachim (und die anderen vom Ox)"   
http://www.ox-fanzine.de
Und jetzt hängen wir uns noch mit dran!!
Alles Gute - Paul (und die anderen von Ks)

PS: Schleichwerbung!! Den auch als Fleischesser kochen  Nicole und ich regelmäßig OHNE KNOCHEN!!  http://www.kochenohneknochen.de  Zumindest aus dem 1 & 2 Teil ;-)

PPS: Danke Joachim